Kruger
Zu den ersten Untersuchungen bei Paaren, die sich auf den Weg zur Familiengründung begeben, gehört das Spermiogramm (Spermiogramm). Dieser Test liefert ein klares Bild über die Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes, indem er entscheidende Parameter wie Spermienanzahl, Beweglichkeit (Motilität) und Struktur (Morphologie) untersucht. Zu den zuverlässigsten und präzisesten Methoden zur Beurteilung der Spermienqualität zählen die Kruger-Kriterien (Strict Criteria). Als Umay-IVF-Zentrum bewerten wir die Spermienmorphologie anhand dieser strengen Kriterien, um den Erfolg der IVF-Behandlung zu steigern und einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu erstellen. Was genau bedeuten die Kruger-Kriterien und wie wirken sie sich auf die Schwangerschaftschancen aus? Bei der Beurteilung des männlichen Faktors in der IVF-Behandlung spielen neben der Spermienzahl und der Beweglichkeit auch die Form und der Aufbau der Spermien, also ihre Morphologie, eine wichtige Rolle. Wie in unserem Blogbeitrag zum Thema „Spermiogramm“ beschrieben, wird nach der Entnahme der Probe auch eine Kruger-Untersuchung durchgeführt. Eine der Methoden zur Beurteilung der Spermienmorphologie ist als „Kruger Strict Criteria“ (strenge Kruger-Kriterien) bekannt. Was versteht man unter der Kruger-Morphologie? Wie hoch sollte der Kruger-Wert sein? Ist es unmöglich, Kinder zu bekommen, wenn der Kruger-Wert unter 4 % liegt? Beeinflusst die Form der Spermien den Erfolg einer IVF-Behandlung?

Was ist die Kruger-Morphologie?

Die Kruger-Morphologie ist ein Verfahren zur Beurteilung der Spermienmorphologie, das auf der Bewertung der Form und der strukturellen Merkmale der Spermien anhand sehr strenger Kriterien basiert. Die Spermien werden im Wesentlichen anhand folgender Merkmale beurteilt:
  • Kopf,
  • Mittelteil
  • Schwanz
untersucht. Damit das Spermium die Eizelle erreichen, sich fortbewegen und am Befruchtungsprozess teilnehmen kann, ist es wichtig, dass diese Strukturen die entsprechenden Eigenschaften aufweisen. Beim Kruger-Ansatz werden die Spermien nach strengeren morphologischen Kriterien bewertet. Daher kann der Anteil normal geformter Spermien im Vergleich zu einer Standardauswertung geringer ausfallen. Diese Situation wird von Patienten gelegentlich als „sehr schlechte Spermienqualität“ interpretiert. Das Ergebnis sollte jedoch im Zusammenhang mit den verwendeten Bewertungskriterien und anderen Spermienparametern betrachtet werden.

Was ist der Kruger-Spermientest?

Tatsächlich handelt es sich beim „Kruger-Test“ nicht um einen eigenständigen Bluttest oder einen anderen Labortest. Kruger ist eine der Methoden zur Beurteilung der Spermienmorphologie im Rahmen der Spermaanalyse. Das bedeutet, dass die Form der Spermien während des Spermiogramms anhand strenger morphologischer Kriterien wie den „Kruger Strict Criteria“ bewertet werden kann. Daher kann im Befundbericht des Patienten folgendes Ergebnis stehen: Spermienmorphologie: 4 % stehen. Dieses Ergebnis bedeutet, dass etwa 4 % der untersuchten Spermien nach den verwendeten Kriterien als morphologisch normal eingestuft wurden.

Wie hoch sollte der Kruger-Morphologiewert sein?

Bei Anwendung der „Kruger Strict Criteria“ gilt ein Wert von etwa 4 % als einer der gängigen unteren Referenzwerte für eine normale Morphologie. Hierbei ist jedoch ein wichtiger Aspekt zu beachten: 4 % stellen keine eindeutige Grenze dar, die angibt, ab wann eine Schwangerschaft möglich ist und ab wann nicht. So ist es beispielsweise nicht richtig zu behaupten, dass ein Mann mit einem Morphologiewert von 3 % auf natürlichem Wege kein Kind zeugen könne. Ebenso lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, dass ein Mann mit einer Morphologie von 5 % oder 6 % zwangsläufig eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft aufweist. Die Spermienmorphologie sollte zusammen mit der Spermienkonzentration, der Gesamtzahl der Spermien, der Beweglichkeit und weiteren Merkmalen des Paares bewertet werden.

Was geschieht, wenn der Kruger-Wert unter 4 % liegt?

Dies ist eine der Fragen, die Patienten am häufigsten stellen. Ein Kruger-Wert unter 4 % bedeutet für sich genommen noch keine Unfruchtbarkeit. Beispielsweise:
  • bei einem Kruger-Wert von 3 %,
  • die Spermienkonzentration normal ist,
  • gute Beweglichkeit
, ist eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege möglich. Ebenso kann es vorkommen, dass bei einem Mann, dessen Kruger-Morphologie innerhalb der normalen Grenzen liegt, keine Schwangerschaft eintritt. Denn das Eintreten einer Schwangerschaft hängt nicht allein von der Form der Spermien ab. Das Alter der Frau und ihre Eizellreserve, der Eisprung, der Zustand der Eileiter, die Gebärmutterschleimhaut, die Spermienanzahl und -beweglichkeit, die Entwicklung des Embryos sowie weitere Merkmale des Paares müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Wie verhindert eine Fehlbildung (Teratozoospermie) eine Schwangerschaft?

Die grundlegende Aufgabe eines normalen Spermiums besteht darin, die Scheide und die Gebärmutterhöhle zu durchqueren, die Eizelle zu erreichen und durch Durchdringen der äußeren Hülle der Eizelle (Befruchtung) seine DNA erfolgreich zu übertragen. Anomalien in der Spermienmorphologie können zu folgenden Problemen führen:
  • Fortbewegungsunfähigkeit: Spermien mit Fehlbildungen am Schwanz oder am Hals können nicht schnell und gleichmäßig genug schwimmen.
  • Fehlende Befruchtung (Befruchtungsversagen): Anomalien im Kopfbereich können verhindern, dass das Spermium die Eizellhülle auflöst und in diese eindringt.
  • DNA-Schädigung: Bei Spermien mit Formfehlern besteht unter Umständen ein erhöhtes Risiko für eine Beeinträchtigung der DNA-Integrität.

Beeinflusst die Kruger-Morphologie den Erfolg einer IVF-Behandlung?

Der Zusammenhang zwischen der Spermienmorphologie und dem Erfolg assistierter Reproduktionsverfahren wird seit vielen Jahren untersucht. Eine schlechte Spermienmorphologie kann bei manchen Patienten ein Hinweis auf einen männlichen Faktor sein. Eine schlechte Spermienmorphologie allein bedeutet jedoch nicht, dass die IVF-Behandlung scheitern wird. Insbesondere bei der ICSI, also der Mikroinjektionsmethode, begutachtet der Embryologe die Spermien unter dem Mikroskop, wählt ein geeignetes Spermium aus und injiziert es direkt in die Eizelle. Daher können selbst bei Patienten mit extrem geringer Morphologie mittels ICSI eine Befruchtung und eine Schwangerschaft erzielt werden. Es ist jedoch nicht richtig zu behaupten, dass ICSI allein aufgrund einer geringen Morphologie bei jedem Patienten zwingend erforderlich sei. Die Behandlungsmethode sollte unter Berücksichtigung aller klinischen Merkmale des Paares festgelegt werden. Zudem können bei Bedarf zusätzliche Vorbereitungstechniken zur Verbesserung der DNA-Qualität der Spermien sowie mikrofluidische Chipsysteme zum Einsatz kommen.

Ist eine IVF erforderlich, wenn der Kruger-Wert bei 1 % oder 2 % liegt?

Die Entscheidung für eine IVF-Behandlung wird nicht allein auf der Grundlage des Kruger-Ergebnisses getroffen. Der Kruger-Morphologiewert kann bei niedrigen Werten wie 1 % oder 2 % (Teratozoospermie) liegen. In diesem Fall werden die Spermienzahl, die Beweglichkeit, die Gesamtzahl der beweglichen Spermien, die bisherige Schwangerschaftsanamnese sowie die Faktoren der Frau gemeinsam bewertet. Während bei einigen Paaren eine natürliche Schwangerschaft möglich sein kann, sind bei anderen Paaren eine Insemination oder eine IVF-Behandlung möglicherweise die geeigneteren Optionen. Insbesondere bei Vorliegen eines schwerwiegenden männlichen Faktors kann die ICSI-Methode als Teil der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Ändert sich die Kruger-Morphologie im Laufe der Zeit?

Ja. Die Spermienproduktion ist ein dynamischer, kontinuierlich ablaufender Prozess. Daher können sich die Spermienparameter im Laufe der Zeit verändern. Fieberhafte Erkrankungen, Infektionen, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Adipositas, bestimmte Medikamente, starker Stress und Umweltfaktoren können die Spermienparameter beeinflussen. Daher ist es nicht immer richtig, eine endgültige Beurteilung allein auf der Grundlage eines einzigen Spermiogramms vorzunehmen. Insbesondere wenn unerwartet ein schlechtes Morphologieergebnis vorliegt, kann je nach klinischer Situation eine Wiederholung des Spermiogramms in Betracht gezogen werden.

Sind die Kruger-Morphologie und die Spermien-DNA-Schädigung dasselbe?

Nein. Diese beiden Begriffe werden häufig miteinander verwechselt. Die Kruger-Morphologie bewertet die Form und Struktur der Spermien. Tests zur Spermien-DNA-Fragmentierung zielen hingegen darauf ab, Aufschluss über die Integrität der DNA in der Spermienzelle sowie über DNA-Schäden zu geben. Eine gute Morphologie bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass die Spermien-DNA vollkommen normal ist. Ebenso bedeutet eine schlechte Morphologie nicht zwangsläufig, dass eine hohe DNA-Fragmentierung vorliegt. Diese Tests bewerten unterschiedliche biologische Merkmale. Auch der Spermien-DNA-Fragmentationstest ist nicht bei jedem unfruchtbaren Mann routinemäßig erforderlich. Je nach klinischer Anamnese kann eine Beurteilung durch den Arzt in Betracht gezogen werden, insbesondere bei wiederholten Fehlgeburten oder nach bestimmten erfolglosen assistierten Reproduktionsbehandlungen.

Wie sollte die Kruger-Morphologie beurteilt werden?

Der korrekteste Ansatz besteht darin, das Morphologieergebnis nicht isoliert zu bewerten. Beispielsweise in einem Spermiogramm:
  • Spermienkonzentration: 20 Millionen/ml
  • Gesamtbeweglichkeit: 45 %
  • Progressive Motilität: 32 %
  • Kruger-Morphologie: 3 %
können diese Ergebnisse vorliegen. Hier reicht es nicht aus, lediglich zu sagen: „Kruger 3 %, niedrig“, um das tatsächliche Fortpflanzungspotenzial des Patienten zu erklären. Die Gesamtzahl der beweglichen Spermien, das Ejakulatvolumen, die Spermienkonzentration, die Beweglichkeit sowie weitere klinische Merkmale des Paares müssen gemeinsam bewertet werden.

Unser Ansatz im UMAY-IVF-Zentrum

Als UMAY-IVF-Zentrum beurteilen wir männliche Unfruchtbarkeit nicht allein anhand eines einzigen Spermienparameters. Spermienzahl, Beweglichkeit und Morphologie müssen als Ganzes betrachtet werden. Auch bei einer niedrigen Kruger-Morphologie versuchen wir zunächst zu verstehen, inwieweit dies die allgemeinen Schwangerschaftschancen des Paares beeinflussen könnte. Bei Bedarf kann eine Wiederholung des Spermiogramms, die Abklärung der Ursachen des männlichen Faktors oder die Bewertung assistierter Reproduktionstechniken geplant werden. Für uns ist es nicht wichtig, ein Laborergebnis lediglich als „normal“ oder „anormal“ zu bezeichnen, sondern Ihnen genau zu erklären, was dieses Ergebnis für Sie bedeutet. Denn bei einer IVF-Behandlung entscheidet kein einzelner Spermienparameter allein über den Erfolg. UMAY IVF-Zentrum Wissenschaftlicher Ansatz. Individuelle Beurteilung. Die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt.